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Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
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Projektwerkstatt Gender & Klimagerechtigkeit


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Warum diese Projektwerkstatt?


Die Klimakrise spitzt sich immer weiter zu, effektives politisches Handeln ist bisher nicht zu beobachten. Wir wollen erforschen, wie uns die Kombination ökologischer, feministischer und postkolonialer Perspektiven helfen kann, diese bedrohliche Dynamik zu verstehen und zu durchbrechen.

Laut Umweltbundesamt sind Frauen durchschnittlich stĂ€rker vom Klimawandel betroffen, verursachen weniger Treibhausgase und sind weniger in Entscheidungspositionen reprĂ€sentiert als MĂ€nner. Eine Ă€hnliche Schieflage ist auch im VerhĂ€ltnis zwischen dem Globalen SĂŒden und Norden zu beobachten. Dies auf „natĂŒrliche Veranlagungen“ zu schieben, ignoriert aber in beiden FĂ€llen die wirtschaftliche Ungleichheit, deren historische Durchsetzung und kulturelle Fortschreibung.

Die Welt wird in unserem Denken hĂ€ufig in zwei Pole aufgeteilt: Mensch und Natur, Mann und Frau, RationalitĂ€t und GefĂŒhle, Geist und Körper, Weiße und People of Colour, Industriestaaten und EntwicklungslĂ€nder, „produktive“ Arbeit und „reproduktive“ Arbeit (alles, was der Befriedigung körperlicher BedĂŒrfnisse dient, z.B. Essenszubereitung und Krankenpflege). Dem jeweils zuerst genannten wird dabei eine höhere Wichtigkeit und mehr Macht zugeschrieben und damit auch zugestanden. Der „weniger wichtige“ Pol wird bewusst oder unbewusst als Ressource betrachtet, deren WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse kaum wahrgenommen werden, oder als schutzbedĂŒrftig, mit wenig eigener Initiative.

Ziel der Forschung in unserer Projektwerkstatt ist es, diese Ungleichheiten sichtbar zu machen, sie besser zu verstehen und ihnen Menschen- und Naturbilder entgegenzusetzen, die die VerhÀltnisse nicht lediglich umkehren, sondern Beziehungen in Gleichwertigkeit denkbar machen.


Kontakt

Tutor*innen:

Gina Lindemann

Anica Straub

Wildrik Willms

Gender.Projektwerkstatt@hnee.de


Modulverantwortliche Dozierende:

Henrike Rieken
Josefa Scalisi



Womit beschÀftigen wir uns?

  • Gender als soziales Konstrukt. Wie werden Verhaltensmuster und Eigenschaften durch gesellschaftliche Prozesse und historische Entwicklung zu GeschlechtsidentitĂ€ten geformt?
  • Welchen Einfluss nehmen diese genderbasierten Muster auf uns und unser VerhĂ€ltnis zur Natur?
  • Was ist Care-Arbeit, welche Position hat sie in der Marktwirtschaft und was verbindet sie mit dem Klimawandel?
  • Fallbeispiele der Ressourcenverteilung und -nutzung mit Fokus auf Gender- und Klimagerechtigkeit
  • Genderperspektiven in der globalen und nationalen Klimapolitik und Klima-Aktivismus
  • Indigene Perspektiven, (Post-)Kolonialismus in Bezug auf Gender und Klimagerechtigkeit

 

Wie gehen wir vor?

  • Als gemeinsames Projekt wird ein Zine (selbst produziertes Heft in kleiner Auflage) gestaltet, wie es oft zur Darstellung unabhĂ€ngiger feministischer Perspektiven verwendet wird.
  • Auf dem Weg dahin liegen selbststĂ€ndige und geleitete Arbeit mit sozialwissenschaftlichen Texten, Inputs von Gastreferent*innen, Aufbereitung der Inhalte in Form eines Kurzvortrages, Exkursion zu politischen Veranstaltungen oder Organisationen und ein Workshop zu Grundlagen der Textproduktion.

Fertige Zines könnt ihr euch hier anschauen! --> https://issuu.com/gender-klimagerechtigkeit

Ihr könnt euch Zines auch selber ausdrucken --> https://nextcloud.hnee.de/s/iydzAeECLQDneTc

 

FĂŒr wen ist die Projektwerkstatt geeignet?

FĂŒr alle, die das PhĂ€nomen Klimawandel aus sozialwissenschaftlicher Perspektive verstehen wollen. Vorwissen ist nicht nötig. Dabei richtet sich die PW explizit an Menschen aller Gender. Das Format soll auch einen Reflexionsraum fĂŒr das eigene VerhĂ€ltnis zu gesellschaftlich geprĂ€gten Rollen bieten.

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Informationen zum Semester


Die Projektwerkstatt lĂ€uft ĂŒber ein Semester.

Informationen zur Teilnahme und Anwahl findet ihr auf der Seite der ProjektwerkstÀtten.

Konzept und Modulbeschreibung der Projektwerkstatt Gender(-) & Klimagerechtigkeit (ab Sommersemester 2023)


Literaturempfehlungen


  • Bauhardt, Christine & Çağlar, GĂŒlay (Hrsg., 2010): Gender and Economics. Feministische Kritik der politischen Ökonomie. Wiesbaden.
  • BUNDjugend (Hrsg., 2021): Kolonialismus und Klimakrise – 500 Jahre Widerstand. BroschĂŒre online abrufbar unter: https://www.bundjugend.de/projekte/locals-united/kolonialismusundklimakrise/
  • Butler, Judith (2006): Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity. 2. Auflage, Routledge.
  • Graeber, David (2012): Schulden: Die ersten 5000 Jahre. Klett-Cotta Verlag.
  • Hickel, Jason (2018): The Divide: A Brief Guide to Global Inequality and its Solutions. Adfo Books.
  • Kimmerer, Robin Wall & Ranke, Elisabeth (2021): Geflochtenes SĂŒĂŸgras. Die Weisheit der Pflanzen. Aufbau & 6. Edition.
  • Plumwood, Valerie (2015): Feminism and the Mastery of Nature. Abingdon.
  • Roig, Emilia (2021): Why We Matter. Das Ende der UnterdrĂŒckung. 6. Edition & Aufbau.